Laut ausländischen Medienberichten hat das malaysische Königliche Zollamt kürzlich bekannt gegeben, dass Malaysia ab dem 1. Januar 2024 eine Umsatzsteuer von 10 % auf online verkaufte Niedrigwertimporte (Low Value Goods, LVG) erheben wird. Dies bedeutet, dass alle ausländischen Händler, die innerhalb eines Jahres niedrigwertige Waren im Wert von mehr als 500.000 Malaysischen Ringgit nach Malaysia verkaufen, sich beim Zollamt registrieren und Steuern zahlen müssen.
In den am 6. November 2023 vom Zollamt veröffentlichten FAQ zur Umsatzsteuer auf Niedrigpreiswaren wurde erwähnt, dass die Steuer auf Niedrigpreiswaren zwar bereits am 1. Januar dieses Jahres in Kraft getreten ist, die Steuererhebung jedoch erst am 1. Januar des kommenden Jahres beginnt.
Das Zollamt definiert Niedrigpreiswaren als solche mit einem Wert von nicht mehr als 500 Ringgit, die auf dem See-, Land- oder Luftweg in das Land gelangen, ausgenommen sind jedoch Zigaretten, Tabakerzeugnisse, Spirituosen, E-Zigaretten und Zubereitungen zum Rauchen.
Es ist bekannt, dass Händler solcher Waren sich beim Zoll registrieren müssen, wenn der jährliche Umsatz mit niedrigwertigen Waren, die nach Malaysia importiert werden, 500.000 Ringgit übersteigt. Den Händlern wird anschließend ein dreimonatiger Steuerzahlungszeitraum zugewiesen. Bei verspäteter Steuerzahlung droht eine Strafe in Höhe von zusätzlich 10 % bis 15 % der Steuerschuld.
Darüber hinaus wird die Steuer auf den Verkaufswert der verkauften Waren erhoben, wobei Steuern, Zölle, Gebühren oder andere Kosten wie Transport- oder Versicherungskosten im Zusammenhang mit dem Warenverkauf ausgeschlossen sind.
Es ist offensichtlich, dass die neue Steuerreform Malaysias in hohem Maße darauf abzielt, die Interessen einheimischer Unternehmen zu schützen. Der Kommunikations- und Digitalminister des Landes, Fahmi Fadzil, hat dies direkt bestätigt und erklärt: „Dies dient dazu, die Wettbewerbsfähigkeit lokaler Produkte auf dem Markt zu stärken.“ Der Grund dafür ist einfach: Mit dem zunehmenden Aufstieg grenzüberschreitender E-Commerce-Plattformen in Malaysia, wie TikTok Shop, Amazon und Lazada, wird der Marktanteil einheimischer Unternehmen weiter ausgehöhlt, und die Bedrohung rückt näher.
Aus der Reaktion von Shopee auf die neue Steuerpolitik Malaysias scheint es, dass die Steuer auf Niedrigpreiswaren letztendlich von den Verbrauchern getragen wird. Ob andere E-Commerce-Plattformen Shopee folgen werden, ist noch unklar, aber fest steht, dass Verbraucher höchstwahrscheinlich nicht bereit sind, diese neue Steuer zu zahlen.
Obwohl sich das globale Wirtschaftswachstum insgesamt verlangsamt hat, könnte die Situation vielleicht nicht so schlimm sein wie zuvor prognostiziert, und das Verbraucher- und Unternehmensvertrauen in den meisten großen Volkswirtschaften zeigt Anzeichen einer Erholung. Dennoch lässt sich nicht leugnen, dass das Downgrading des Konsums derzeit weiterhin im Trend liegt.
Um ehrlich zu sein, kaufen Verbraucher in Zeiten des Konsumdowngradings Niedrigpreisprodukte genau deswegen, weil sie günstig sind und Geld sparen sollen. Wenn nun zusätzliche Steuern erhoben werden, wo bleibt dann der Sinn, überhaupt günstige Waren zu wählen? Am Ende könnten die Gesamtkosten sogar höher sein als beim direkten Kauf lokaler oder teurerer Produkte.
Für Verkäufer könnte die neue Steuerpolitik die Preiswettbewerbsfähigkeit importierter Produkte verringern. Allerdings können Verkäufer Lieferanten oder Produktionsstandorte mit Preisvorteilen wählen, um durch Zusammenarbeit die Kosten zu senken und so ihre Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Insgesamt bleibt für Verkäufer entscheidend, die Produktqualität stets zu gewährleisten – das ist der Kern, um das Vertrauen und die Anerkennung der Verbraucher zu gewinnen.
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