Kürzlich sendete Amazon EU-Stationen eine Notice zur Aktualisierung der Verkaufsprovisionsberechnung.
Ab 24.10.2023 berechnet Amazon EU die Verkaufsprovision auf Basis des vom Verkäufer angegebenen Warenpreises (nicht mehr auf Basis des vom Käufer gezahlten Kaufpreises).

Diese Änderung bedeutet einfach: Setzt ein Verkäufer einen Promo-Rabatt, wird die Provision trotzdem auf den Original-Listenpreis vor dem Rabatt berechnet, nicht auf den tatsächlich gezahlten Discount-Preis.
Beispiel: Artikel liste 10 EUR, Verkäufer gibt 20 % off. Käufer zahlt faktisch 8 EUR, aber Amazon zieht Provision auf 10 EUR (nicht auf 8 EUR).
Bisher scheint nicht jeder Verkäufer die Mail erhalten zu haben. Manche sagen, das sei nur VAT-Änderung, keine Provision. Denn früher sandte Amazon eine Mail:
„Ab 30.06.2023 für Verkäufer mit VAT Calculation Service: wir ändern die Provisionseinziehung. Provision % gilt auf gesetzten Listenpreis, nicht auf vom Käufer gezahltem Gesamtpreis.“
Diese Änderung galt nicht für Promos: Lightning Deals, Gift Cards, Coupons, BOGO, Spend-and-Save, Amazon-funded Discounts, Prime Exclusive Discounts. Bei Promos blieb Provision auf vom Käufer gezahltem Gesamtpreis.
Doch viele Cases bei Support brachten Antwort: Provision wird auf Verkäufer-Quote (Listenpreis) berechnet.
Bemerkenswert: Amazon testete Ähnliches schon. Juni 2023 kündigte Amazon: EU-Stationen mit Amazon-VAT berechnen Provision auf Listenpreis statt auf tatsächlich gezahltem Preis. Nach Probephase wertete Amazon die Regel als machbar und weitet sie nun auf alle Steuerbereiche der EU-Stationen aus.
Objektiv: Amazons Ziel mit Listenpreis-Provision ist, Verkäufer vom „erst erhöhen, dann rabattieren“ abzuhalten; stattdessen echten „First-Hand-Preis“ auf der Listing zeigen.
Das drückt Wasser aus der „Preisschwamm“-Taktik; stark erhöhte und dann stark rabattierte Eigeninszenierung wird seltener, Plattform-Listenpreise dürften insgesamt sinken.
Tiefer gedacht: Wenn Verkäufer kollektiv Listenpreise senken, werden viele dennoch weiter rabattieren – weil Plattformkultur aus Discounts besteht, das grüne „Save“-Badge sitzt tief im Kopf westlicher Käufer.
Haben andere Rabatt, du nicht → dein Artikel wirkt fremd, verliert Klick. Also beißen viele in den sauren Apfel und rabattieren weiter.
Andererseits: Provisionerhöhung ist globaler E-Commerce-Trend. Mai 2023 hob Mercado Libre Argentinien-Provision; Juni TikTok Shop Philippinen/Indonesien; gleichzeitig Shopee Brasilien. Inflation und Verlustvermeidung zwingen Plattformen zur Gebührenanpassung – Amazon nicht ausgenommen.
Für Verkäufer ist der Wandel verwirrend, aber nicht aussichtslos. Zur Vorbereitung: saubere Kostenbudgets machen, Kosten pro Aktion kennen, Listenpreis und Rabattstaffel realistisch setzen. Wege gibt’s mehr als Probleme; Chance belohnt die Vorbereiteten.
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